Hintergrund

"Inferno im Oberwald - Die Alliierten und das Ende der Muna 1945"

Unter diesem Titel hatte der Förderverein MUNA-Museum Grebenhain e. V. zum diesjährigen Internationalen Museumstag am 17. Mai 2020 eigentlich eine Sonderausstellung mit vielen historischen Bildern und Dokumenten sowie einen zeitgenössischen Film über das Ende der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain in den letzten Tagen des Monats März 1945 geplant. Mit dieser Ausstellung wollten wir der Öffentlichkeit die neuen Erkenntnisse präsentieren, die inzwischen über den amerikanischen Luftangriff am 22. März 1945 und die Sprengung der Munitionslager-Bunker in den darauffolgenden Tagen vorliegen.

Leider hat unser Verein diese Ausstellung aufgrund der Coronavirus-Krise um ein Jahr verschieben müssen. Wir möchten unseren Besuchern und Besucherinnen aber dennoch die Möglichkeit geben, über diese Sonderseite in Text und Bild einen Einblick in die dramatischen Ereignisse vor 75 Jahren zu erhalten.

Der nachfolgende Bericht ist auch am 21. März 2020 im "Lauterbacher Anzeiger" erschienen.

P-47 "Thunderbolt" der 368th Fighter Group der US Army Air Forces (USAAF) über Deutschland im Frühjahr 1945.

Nur wenige Minuten zuvor hatte in dem Waldstück im westlichen Teil der Gemarkung Grebenhain der gewohnte Arbeitsalltag in einer geheimen militärischen Einrichtung geherrscht – der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain, kurz auch "Muna" genannt. Seit 1936 erhoben sich dort neben Buchen und Fichten auch zahlreiche Bauwerke, die so gar nichts mit einer Waldidylle gemein hatten: Offiziers-Wohnhäuser, Kasernen, Werkstätten, Fahrzeughallen, Lagerhallen – und insbesondere auch vier Munitionsarbeitshäuser und die stattliche Anzahl von 121 oberirdisch angelegten Munitionslager-Bunkern.

Bis zu 800 Menschen, hauptsächlich dienstverpflichtete Frauen und Männer aus den Ortschaften der Region sowie zwangsweise aus ihrer Heimat verschleppte junge Frauen aus der deutsch besetzten Ukraine, arbeiteten in der Muna. Sie schraubten unter anderem Zünder in Fliegerbomben, verpackten sie in Munitionskisten und verluden diese in lange Munitionszüge, die über ein Anschlussgleis von der Bahnstrecke zwischen Lauterbach und Stockheim aus der Anlage herausgefahren wurden.

Anhänger mit zwei Minenbomben vom Typ SC 1000 auf der Ladestraße vor einem Munitionswaggon.

Auch am 22. März 1945 gab es viel zu tun. Die Waggons eines Zuges sollten beladen werden. Der sollte – so war es geplant – um 11 Uhr aus der Munitionsanstalt gebracht werden. Für den Verschub stand eine betriebseigene Diesellok zur Verfügung, denn die Dampflokomotiven der Reichsbahn durften allein schon wegen der Brandgefahr durch Funkenflug das Anschlussgleis der Muna nicht befahren.

Hochbetrieb herrschte an diesem Morgen ebenfalls auf dem Flugplatz Frescaty bei Metz im französischen Lothringen, mehr als dreihundert Kilometer von Grebenhain entfernt. Sechszehn einmotorige amerikanische Jagdbomber vom Typ Republic P-47 "Thunderbolt" rollten zum Start. Die Flugzeuge gehörten zur 397th Fighter Squadron, die der 368th Fighter Group der US Army Air Forces (USAAF) unterstand. Ihr Auftrag war der gleiche wie am Tag zuvor: Eine "rail cutting mission", ein Einsatz zur Unterbrechung bzw. zum "Abschneiden" des deutschen Eisenbahnverkehrs. Das Einsatzgebiet lag nordöstlich von Frankfurt am Main. Die 3. US-Armee unter General George Patton, für die die 368th Fighter Group Unterstützung aus der Luft flog, sollte am Abend dieses Tages beginnen, bei Nierstein und Oppenheim den Rhein zu überqueren.

Und zu den Bahnstrecken, die ins Fadenkreuz der 397th Fighter Group gerieten, gehörte am 22. März 1945 auch die Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach, Gedern und Stockheim. Bereits in den Tagen und Wochen zuvor waren die Strecke und die darauf fahrenden Züge ein ums andere Mal zum Angriffsziel der Jagdbomber der USAAF geworden. Erst drei Tage zuvor war auf der Bahnstrecke am Ortsrand von Crainfeld ein Personenzug aus der Luft zusammengeschossen worden – drei Tote waren zu beklagen gewesen. Glimpflicher ausgegangen war ein weiterer Luftangriff am 20. März 1945 auf einen Zug bei Herbstein, der „nur“ zwei Verletzte gefordert hatte. Und auch am 21. März 1945 waren Bomben auf die Vogelsbergbahn gefallen. Die beteiligten acht Jagdbomber der USAAF hatten im Anschluss das heute nicht mehr existierende Bahnhofsgebäude von Herbstein mit ihren Bordwaffen beharkt.

Amerikanische Luftbilder der Muna vor (links) und nach (rechts) dem Luftangriff vom 22. März 1945 und den Sprengungen.

In der Muna selbst hatte man sich lange Zeit sicher vor Luftangriffen geglaubt. Das lag auch an deren Lage: Ganz bewusst war das dicht bewaldete Gelände im Oberwald ausgewählt worden, um dort die Muna zu bauen. Die abgeschiedene Lage und das Blätterdach sollte, so hoffte man, die Muna den aufmerksamen Blicken der feindlichen Luftaufklärung entziehen. Auf Tarnung wurde beim Bau und Betrieb großen Wert gelegt. So legte man eine Erdaufschüttung auf die fertig errichteten Bunker und bepflanzte sie. Und auf die massiv aus Beton errichteten Werkstätten und Arbeitshäuser setzte man hölzerne Dachstühle mit Ziegeln, um von oben ein forstwirtschaftlich genutztes Anwesen vorzutäuschen. Die strikte Geheimhaltung, zu der die in der Muna Beschäftigten angehalten waren, tat ein Übriges.

Doch die Muna war den Alliierten am 22. März 1945 nicht mehr unbekannt. Am 14., am 15. und am 16. März 1945 hatte ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug in großer Höhe über dem südlichen Vogelsberg gekreist und dabei zum Teil hochauflösende Fotos im Maßstab von bis zu 1:8000 von den Ortschaften der Gegend gemacht – darunter auch solche von der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain. Auf einigen der Aufnahmen sind nachträglich aufgezeichnete Markierungen um das Muna-Gelände im Oberwald und um einzelne Bunker zu sehen – ein deutlicher Beweis dafür, dass die Anlage der Aufmerksamkeit der alliierten Luftbildauswerter nicht entgangen ist. Geholfen haben muss ihnen dabei, dass aufgrund des gerade erst zu Ende gegangenen Winters noch kein Laub an den Bäumen hing und die Tarnung durch den natürlichen Bewuchs damit weitgehend unwirksam war. Allerdings gibt es keinen Hinweis darauf, dass diese Entdeckung ursächlich für das war, das sich nur wenige Tage später abspielen sollte.

Die zunehmenden Überflüge und Tiefflugangriffe – längst operierten die Flugzeuge der USAAF im Zeichen einer absoluten alliierten Luftherrschaft – sorgten in der Bevölkerung mehr und mehr für Unbehagen. Die Gerüchteküche blühte. "Muna im Wald, wir finden dich bald" oder "Muna im Loch, wir finden dich doch", diese Zeilen sollen auf von den Alliierten abgeworfenen Flugblättern gestanden haben – so erzählte man es sich im Vogelsberg damals und viele glaubten das noch lange nach 1945. Tatsächlich war diese Erzählung von den Flugblättern und dem besagten Reim darauf damals an sehr vielen Orten in Deutschland in Umlauf – ohne dass die Existenz derartiger Flugblätter jemals belegt werden konnte. Sie müssen daher als Legende und Ausdruck einer in den letzten Kriegsjahren weit verbreiteten "Flüsterpropaganda" betrachtet werden.

Porträt von Bill Wright von der 397th Fighter Squadron der USAAF.

Dabei hatte der alliierte Luftkrieg 1944/45 zunehmend handfeste Auswirkungen auf die Betriebsabläufe in der Muna, denn die Transporte von Munition und die Anlieferung von Munitionsteilen über die Eisenbahn waren durch die Angriffe von Bombern und Jagdbombern der USAAF ständig bedroht. Mehr als zweieinhalbtausend Tonnen Munition passten in die Bunker hinein. Anfang 1945 quollen die Lager jedoch regelrecht über, denn es wurde immer schwieriger, die Munition an ihre Bestimmungsorte wie zum Beispiel die Flugplätze der deutschen Luftwaffe auszuliefern.

Etwa sechzig Waggons standen am 22. März 1945 dicht an dicht auf den drei Hauptsträngen des betriebsinternen Gleisnetzes, das im Bereich der heutigen STI Display & Verpackung GmbH im Oberwald endete. Am westlichen Gleisstrang befanden sich damals die beiden großen Munitionsarbeitshäuser A und B, am östlichen Gleisstrang drei sogenannte Bereitschaftsbunker für Munition. Entlang der Gleise sowie in einem großen halboffenen Schuppen waren außerdem zahlreiche Munitionskistenstapel angelegt worden. Auch eine Reihe großkalibriger Sprengbomben mit einem Gewicht von je 1,8 Tonnen lagerte hier. Unter den Waggons stand außerdem ein Kesselwagen mit hochentzündlichem Inhalt, der – wie sich ein Zeitzeuge Jahrzehnte später noch erinnerte – in roter Farbe lackiert gewesen sein soll.

Ausschnitt aus dem Film der Schießkamera der P-47 von Bill Wright vom Angriff auf die Muna.

Für zwölf Männer in schwarzen Uniformen sollte ihr Dienst in der Muna am Vormittag des 22. März 1945 nach 24 Stunden wie üblich kurz vor 14 Uhr enden. Es waren die Angehörigen der privaten Wach- und Schließgesellschaft, die bereits seit 1941 im Auftrag der Luftwaffe für die Absicherung der Muna zuständig war. Begonnen hatte ihre Arbeitsschicht am 21. März 1945 um 13.45 Uhr mit der "Vergatterung". Dabei war auch die für die Dauer der Schicht gültige Parole ausgegeben worden. Seit Anfang Dezember 1944 war hierfür ein aus zwei Wörtern zusammengesetzter Begriff in Gebrauch. Für den Wachdienst vom 21. auf den 22. März 1945 lautete die Parole "Schicksal-Reich". Als sie ausgegeben wurde, ahnte noch niemand, dass sie nicht treffender hätte lauten können.

Etwa um 10.50 Uhr war der Muna-Arbeiter Wilhelm Dahmer aus Lauterbach gerade auf dem Weg entlang der Schienen zum Eisenbahntor der Munitionsanstalt, um es zu öffnen. Denn der inzwischen abfahrbereite und fast voll beladene Zug sollte gleich aus dem Gelände herausgefahren werden, um an eine Lokomotive der Reichsbahn übergeben werden zu können. Über das, was dann geschah, schrieb er später: "Als ich die Hälfte (Anmerkung: der Strecke) hatte, bekam ich einen Schreck. Da kam ein einmotoriges Flugzeug und flog die Gleise entlang in fast 3 m Höhe. Als mich der Pilot sah, bewegte er zweimal links und zweimal rechts die Tragflächen und lachte mich an. Der hat bestimmt gedacht, ich sei ein Zwangsarbeiter. Ich hab das Tor nicht aufgemacht, denn dafür war es zu spät. Bin zurück zur Planhalle in den Keller und Schutz gesucht. Denn es begann auch schon die Schießerei."

Ausschnitt aus dem Film der Schießkamera der P-47 von Bill Wright vom Angriff auf die Muna.

Kurz zuvor hatten die "Thunderbolts" ihre untergehängten Bomben auf das Bahnhofsgelände von Ilbeshausen und weiter südlich auf das Bahngleis zwischen Nösberts und Grebenhain abgeworfen. Jetzt nahmen sie mit Leuchtspurgeschossen aus ihren jeweils acht Browning-Maschinengewehren (Kaliber 12,7 mm) den wie auf dem Präsentierteller dastehenden Munitionszug unter Beschuss. Binnen kurzem standen erste Waggons in Flammen und schließlich kam es zu der schon erwähnten gewaltigen Explosion. Das direkt daneben am Gleis stehende Munitionsarbeitshaus A wurde bis auf das Fundament regelrecht hinweggefegt, das weiter nördlich platzierte Munitionsarbeitshaus B sowie das sogenannte Kameradschaftsheim (die Kantine der Muna) erheblich beschädigt.

Die zu diesem Inferno führenden Schüsse kamen aus den Bordwaffen des Flugzeugs von Lieutenant Bill Wright. Der erst 20 Jahre alte Pilot, gebürtig aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, wurde von der Explosion und ihrer Wucht selbst vollkommen überrascht und hätte um ein Haar die Kontrolle über sein von der Druckwelle durchgeschütteltes Flugzeug verloren, das einige Schäden davontrug. Die "Thunderbolt" war übrigens nicht nur mit Maschinengewehren bewaffnet. In der rechten Tragfläche eingebaut befand sich eine Kamera, mit der Luftkämpfe und Bodenangriffe im Hinblick auf ihren "Erfolg" dokumentiert werden sollten. Auch der Beschuss des Munitionszuges in der Muna und die nachfolgende Explosion wurden auf diese Weise aufgenommen.

Ausschnitt aus dem Film der Schießkamera der P-47 von Bill Wright vom Angriff auf die Muna.

Dem Einsatzbericht zufolge war Bill Wright allerdings überzeugt, nicht den Zug, sondern das Gebäude daneben getroffen und zur Explosion gebracht zu haben. Man vermutete, dass darin flüssiger Wasserstoff gelagert gewesen sei. Dass die Luftmunitionsanstalt Hartmannshain als solche den Piloten und ihren Vorgesetzten bei der 397th Fighter Squadron bzw. der 368th Fighter Group nicht bekannt war, darauf deuten die offiziellen Berichte ebenfalls hin. Sie wird darin nämlich im Unterschied zu anderen namentlich benannten Einrichtungen der Wehrmacht einfach nur als "ein Versorgungsdepot" ("a supply depot") bezeichnet.

Ein Hinweis, dass aus der Muna heraus auf die angreifenden "Thunderbolts" geschossen worden wäre, findet sich in den Unterlagen der USAAF nicht. Die Möglichkeit dazu hätte bestanden, denn im Fertigungsgebiet und im Verwaltungsgebiet der Muna befanden sich ein halbes Dutzend Flugabwehr-Maschinengewehre in ausgebauten Stellungen. Doch ein früherer Leiter der Muna, Oberst a. D. Curt Lorenz, schrieb Anfang der 1950er Jahre: "Die Bedienung aller MG, aus Belegschaftsmitgliedern bestehend, haben bei dem Angriff im März 1945, angeblich weil kein Feuerbefehl vorlag, versagt. Obgleich die feindlichen Flugzeuge ihnen vor der Nase herumflogen, ist kein Schuss gefallen."

Nur eine gute halbe Stunde lang dauerte der Luftangriff – danach war in der Muna nichts mehr wie zuvor. Durch den Beschuss und die ausgelösten Brände erfolgten weitere Explosionen, die wiederum weitere schwere Schäden an den Gebäuden im Fertigungsgebiet der Muna, dem eigentlichen „Herz“ der Anlage, verursachten. Und nicht nur dort: Trümmer und auch scharfe Munitionsteile wurden zum Teil kilometerweit durch die Luft geschleudert. In Crainfeld, vier Kilometer vom Muna-Gelände entfernt, wagte es ein zur Bewachung von französischen Kriegsgefangenen eingeteilter Soldat, sich das Geschehen vom Küchenfenster aus anzusehen. Unvermutet wurde er durch einen Bombensplitter tödlich getroffen. Ein ebenfalls aus der Muna herausgeschleuderter Bombenzünder setzte die Scheune der dortigen Gastwirtschaft "Zur Eisenbahn" (heute "Vogelsberger Hof") in Brand.

Angesichts dessen erscheint es auf den ersten Blick kaum glaubhaft, dass es in der Muna selbst bei dem Luftangriff keine Toten gegeben hat, sondern "nur" drei Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte. Später starb jedoch ein Mann an einem zunächst nicht bemerkten Lungenriss. Wie es auch Zeitzeugenberichte nahelegen, konnten sich fast alle Arbeitskräfte gleich zu Beginn des Luftangriffs in den vor Ort vorhandenen Luftschutzräumen und behelfsmäßigen Deckungsgräben in Sicherheit bringen.

Ausschnitt aus dem Film der Schießkamera der P-47 von Bill Wright vom Angriff auf die Muna.

"Die Muna war natürlich für alle Zeiten erledigt", beschrieb Lieselotte Hinkel, die Tochter eines in der Muna stationierten Offiziers, einige Wochen nach Kriegsende in einem Brief an eine Freundin in Offenbach die Folgen des Angriffs. Das Fertigmachen von Munition oder deren Abtransport war durch die Zerstörungen nicht mehr möglich. Die meisten zivilen Dienstverpflichteten erschienen erst gar nicht mehr zum Dienst. Zwischen dem 24. und 26. März 1945 erging schließlich von vorgesetzter Stelle der Befehl, die Muna aufzugeben und zu sprengen.

In den Tagen darauf erschütterten erneut viele laute Explosionen den südöstlichen Vogelsberg, denn nun wurden mithilfe von Zeitzündern die von dem Luftangriff am 22. März 1945 völlig unberührt gebliebenen Bunker samt der darin befindlichen Munition nach und nach in die Luft gesprengt. Diese Explosionen waren so heftig, dass die Einwohner von Grebenhain und Bermuthshain ihre Heimatdörfer sogar vorübergehend verlassen mussten. Das gesamte militärische Personal der Muna, aber auch ein Teil der zivilen Arbeiterschaft, setzte sich bis zum 29. März 1945 in Richtung Bayern ab. Die meisten Muna-Arbeiter und -Arbeiterinnen blieben jedoch in ihren Wohnorten. Und die aus der Ukraine stammenden Zwangsarbeiterinnen wurden von den verantwortlichen Offizieren in dem der Muna gehörenden Barackenlager in Bermuthshain zurückgelassen.

Die zuletzt noch neun Angehörigen der Muna-Wache verrichteten vom 28. auf den 29. März 1945 ihre allerletzte Arbeitsschicht. Dann gingen sie nach Hause – und der letzte Wachhabende Andreas Oechler aus Bermuthshain nahm das Wachbuch dorthin mit. Damit entging es dem Schicksal aller anderen der recht umfangreichen Akten der Munitionsanstalt, die in den letzten Märztagen 1945 verbrannt worden waren. Gegen 16 Uhr ertönte aus südlicher Richtung ein weiteres Mal Lärm. Die Panzer der 4. US-Panzerdivision rollten auf der heutigen Bundesstraße (damals Reichsstraße) 275 aus Richtung Gedern in Grebenhain ein. Der Krieg war aus für die Ortschaft – und die Geschichte der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain ein für alle Mal zu Ende.

Der durch die Explosion am 22. März 1945 entstandene Krater, aufgenommen 1948.

Während sich das einstige Fertigungsgebiet der Muna nach der Währungsreform 1948 allmählich zu einem zivilen Industriegebiet entwickelte, erinnerte der tiefe Krater auf dem heutigen Werksgelände der Firma STI noch zwei Jahrzehnte lang an die gewaltige Explosion am 22. März 1945. Erst als sich die damalige Firma Stabernack 1966 dort niederließ, wurde er schließlich zugeschüttet, um das Anschlussgleis bis ins Werksgelände wieder aufbauen zu können.

Spenden erwünscht

Unsere Sonderausstellungen zum Internationalen Museumstag waren und sind stets mit freiem Eintritt verbunden. Wir freuen uns aber über jede Spende.

Gerne können Sie die Arbeit des Fördervereins MUNA-Museums Grebenhain e. V. unterstützen. Unsere Kontodaten sind:

IBAN: DE50 5006 9146 0000 0888 54

BIC: GENODE51GRC

Kontoinhaber: Förderverein MUNA-Museum Grebenhain e. V.

Gerne stellen wir eine Spendenquittung aus.